Wulff Baureihe 1972-1978 Euroumrüstung des Gerätes 1:1

Wulff Baureihe 1972-1978 Euroumrüstung des Gerätes 1:1
Euroumrüstung Wulff 1:1 Wulff Baureihe ca. 1970-1975 (Astor, Regent100, Trianon)... mehr
Produktinformationen "Wulff Baureihe 1972-1978 Euroumrüstung des Gerätes 1:1"

Euroumrüstung Wulff 1:1
Wulff Baureihe ca. 1970-1975 (Astor, Regent100, Trianon)

Einleitung
Die Beschreibung enthält die komplette Umrüstung des Gerätes im Verhältnis 1:1. Das heißt es werden 2DM = 2EUR, 1DM = 1EUR und 10Pfg = 10ct angenommen. An der Anzeige muss so nichts verändert werden, es verändert sich lediglich das Wertverhältnis.
Diese Beschreibung orientiert sich an einem Regent100. Für andere Modelle kann es leichte Abweichungen geben, auf die hier aber nicht eingegangen wird!

Vorab: Wer die benötigten Kleinstmengen an Material nicht im Hause hat, wir bieten einen Umrüstsatz mit allem an was dazugehört. Nur Klebstoff, Reiniger und Werkzeug muss vorhanden sein!

1) Am Anfang steht die Arbeit:
Da man schlecht an die Münzeinheit herankommt, muss zunächst das Chassis ausgebaut werden.
Den Münzprüfer auf der linken Seite als erstes herausnehmen. Hierfür Steckverbinder lösen und Arretierungshebel öffnen. Münzprüfer gerade herausziehen. Jetzt die übrigen, im Bild gelb gekennzeichneten Steckverbinder lösen, zuletzt die Schrauben (rote Pfeile):
Das Chassis während des Lösens der letzten Schraube mit einer Hand unterstützen, so dass es nicht nach vorne herauskippen kann!

2) Demontage
Das Chassis auf einen Tisch stellen und für genügend Platz sorgen. Ggf. ein paar kleine Sortierkästchen für die vielen Einzelteil bereithalten.
Das Chassis nun zur Seite drehen, dann kann der Spaß beginnen!
Das mit "1" gekennzeichnete Alu-Blech lösen (4 Schrauben). Dann den Münzeinlauf (besteht aus 2 Zinkdruckgussteilen "2" + "3") ebenfalls abschrauben.
Nun die Klemme der beiden Münzrohre lösen. Die Schraube ("4") befindet sich auf der Innenseite des Chassis. Wenn das ganze dann aussieht wie auf dem Bild unten, wird noch der Münzabräumer entfernt. Die beiden Schrauben ("5") lösen, Winkel ("6") und Stange ("7") entnehmen. Das ist notwendig, um das 10Pfg-Rohr ("8") nach oben herausziehen zu können. Beim Herausziehen auf den Mikroschalter achtgeben! Alles ist etwas eng und der Draht sollte nicht verbiegen!

Als nächstes wird die Relaisplatte ("9") ausgebaut, um an die dahinterliegenden Auszahlschieber zu gelangen. Steckverbinder abziehen, Schrauben lösen, fertig.
Der Münztrichter ("11") unterhalb des 1DM/2DM Röhrchens kommt als nächstes. Erst den Winkel ("10") abmontieren, dann kann der Trichter weggenommen werden.

Als nächstes wird der 2DM-Einfülltrichter entfernt. Die im Bild gekennzeichneten Schrauben lösen und die ganze Mimik am Kabel herunterhängen lassen. Das 2DM-Münzrohr ebenfalls abnehmen. Achtgeben, wie die Distanzhülsen auf den Schrauben sitzen, um sie später wieder an die gleiche Stelle setzen zu können!

Jetzt noch die Verschraubungen für die 3 Auszahlschieber lösen. Der 1DM- und 2DM-Auszahlschieber müssen umgebaut/angepasst werden. Hierzu können beide (am Kabel!) herausgenommen werden. Die Kabel müssen nicht abgelötet werden!
Die Demontage ist nun vollendet. Das Werk sollte also in etwa wie folgt aussehen:

3) Die Umrüstung von Münzröhrchen und Auszahlschieber.
Kümmern wir uns erstmal um die Auszahlschieber. Zur Verdeutlichung einfach mal ein paar Euromünzen nehmen, diese in die Schieber legen und von Hand betätigen. Beide (also 1EUR im 1DM-Schieber und 2EUR im 2DM-Schieber) sollten klemmen, da die Euros um ein paar zehntel Millimeter dicker sind.
Man öffnet die Schieber indem man alle 4 Schrauben löst und die Oberplatte vorsichtig abhebt (aufpassen dass die Gleitrolle ("12") nicht herunterfällt und verschwindet!), wie auf dem Bild zu erkennen:

Nun werden aus Bastelfolie (0,4mm) 8 kleine Unterlegscheiben gebastelt. Man kann auch U-Scheiben aus Metall nehmen. Diese werden an den mit roten Pfeilen gekennzeichneten Stellen auf die Anschraublöcher geklebt.
Wenn schon alles geöffnet ist, sollte der Schieber auch gleich gereinigt und an allen Gleitflächen mit einem Feinmechaniköl geschmiert werden. Roststellen auf dem Schieber und dem Kern des Magneten einfach abschleifen.
Der Schieber kann wieder zusammengeschraubt werden. Vor dem Einbau bitte die Funktion mit einer Münze nochmals prüfen. Wäre ärgerlich wenn es nachher nicht funktioniert!

Jetzt muss noch das 10Pfg/10ct-Röhrchen angepasst werden. Beim Einwurf der kleineren 10ct-Münzen fallen diese ganz einfach durch den Schieber in die Auszahlung, oder verklemmen sich, wenn der Schieber betätigt wird. Der Durchmesser des Röhrchens muss im unteren Bereich verkleinert werden. Eine mögliche Lösung ist es, zwei Messingprofile (Rechteckform, 2x3mm Querschnitt) von etwa 50mm Länge in die Röhrchen einzukleben. Als Klebstoff eignet sich ein 2-Komponenten Epoxydharzkleber (z.B. Endfest3000 von Uhu) sehr gut. Das Röhrchen muss innen etwas angeraut (geschliffen) und mit ein wenig Waschbenzin entfettet werden.

Wie auf der Zeichnung im rechten unteren Bild zu erkennen, werden die Profile im unteren Teil des Röhrchen eingeklebt (ca. bei 5 und 7 Uhr, wobei der Pfeil bei 12 Uhr den Auszahlschieber markiert). Die Profile müssen ca. 2-3mm aus dem Röhrchen herausschauen, gerade so weit aber, dass noch die Dicke einer Münze bei der Auszahlung darunter passt. Die Schräge an den Profilen sitzt oben in den Röhrchen, damit die Münzen sich beim Einlaufen nicht verkanten. (Hoffe das war soweit verständlich ;-))

Jetzt sollte die Arbeit ersteinmal für mind. 12 Stunden ruhen. Der Kleber hält besser, wenn er für die Zeit der Aushärtung warm (auf einer Heizung) gelagert wird.

4) Weiterer Umbau und Montage
Die Auszahlschieber können wieder eingebaut werden. Bevor allerdings der Münztrichter unter den Schiebern befestigt wird, muss die auf dem Foto markierte Erhöhung an den Anschraublöchern des 1DM-Schiebers um das Maß der Unterlegscheibe im Schieber verringert werden. Jetzt passt auch der Winkel und der Trichter wieder.

Ebenso müssen nun das 1EUR und das 2EUR-Münzrohr um ca. 0,5mm gekürzt werden. Um dies ordentlich zu machen, einfach den Rand mit einem Edding anzeichnen, diesen Bereich dann wegfeilen (Das Rohr besteht aus Messing -nicht aus Stahl-, also Vorsicht beim Einspannen!)

Nun noch die Röhrchen einbauen, den 2EUR-Einfülltrichter wieder befestigen und das ganze ausprobieren, indem einige Münzen in die Röhrchen geworfen werden. Die Auszahlschieber lassen sich mit einem Schraubenzieher an dem Splintbolzen manuell betätigen. Funktioniert dies, ist die Hälfte geschafft und die ganze Mimik kann wieder in umgekehrter Reihenfolge montiert werden.

5) 1:1 Umrüstung des 1DM/0,50/0,10 Prüfers (NRI G07.xxxx)
Als erstes das Komplizierteste. Wer diese Hürde nimmt, hat danach keine Probleme mehr:
Wegen der dickeren 1 Euro Münze muss erst einmal der untere Part (die Registrierung mit den Mikroschaltern) angepasst werden.


An den gekennzeichneten Stellen die Schrauben lösen, die Gussplatte leicht anheben (sie muss nicht ganz ausgebaut werden) und im Laufweg der 1DM-Münze jeweils eine Unterlegscheibe zwischenlegen (wie bei dem rechten oberen Pfeil angedeutet).
Jetzt noch ein Stoßgebet, dass alles weitere klappt, ohne dass der Münzprüfer komplett zerlegt werden muss (auch dieses kann passieren, wird hier aber nicht weiter erklärt da es nur in seltenen Fällen erforderlich ist).


Der Reihenfolge nach:
13) Die Klappe am Münzeinlauf macht Probleme mit der Euromünze. Dieses Teil mit den 2 Schrauben lösen. Im Inneren befindet sich ein kleiner Puckel (sozusagen als Dickenprüfung). Dieser muss komplett abgefeilt werden. Jetzt dürfte die Münze hindurchfallen. Bitte keine Fragen, was die Feder an dieser Klappe bewirken soll. Ich weiß es immer noch nicht!

14) Die 1DM/1EUR Wippe ausbauen, Sicherungsring lösen. Reinigen mit einem Pfeifenreiniger und Waschbenzin (besonders die Achse und die Bohrung!). Dann werden die Ärmchen der Wippe leicht nach innen gebogen, so dass die Euromünze nicht hindurchfällt, jedoch ein 20ct-Stück locker hindurchpasst (dieses soll ja abgewiesen werden). Ebenso ist der Anschlag des nachfolgenden Umfangprüfers evtl. ein wenig nachzustellen, so dass auch alte 1DM-Münzen nicht mehr angenommen werden.

15) die 10Pfg/10ct Wippe ebenfalls ausbauen, reinigen und auf das im oberen Bild rechte Ärmchen ein kleines Stück Messingprofil kleben, so dass der Abstand zwischen beiden Ärmchen um exakt 2mm verringert wird. Genauso kann bei dieser Gelegenheit auch die 2DM-Waage des 5/2DM-Prüfers angepasst werden. Hier benötigt man ein Messingstück von etwa 1mm Dicke.


16) Um die Magnetprüfung auszuschalten gibt es nur eine Möglichkeit: Den Ausbau der Magnetplatte. An der Achse den unteren Sicherungsring lösen und die Achse mithilfe einer Kombizange nach oben herausziehen. Unbedingt(!) ein Tuch über die beiden Schenkelfedern drücken während man die Achse durch sie hindurchzieht! Die Federn stehen unter Spannung und können ins Auge springen!
Jetzt die Magnetplatte und das Blechteil entfernen, man kann sie leider nicht mehr gebrauchen. Obgleich man die Teile aufbewahren sollte -für alle Fälle!
Die Münzen haben jetzt keine Führung mehr und können aus dem Prüfer ins Automateninnere stürzen. Das ist zu vermeiden.

...Mit einem Stückchen Bastelfolie zum Beispiel.
Am besten eignet sich die bereits erwähnte 0,4mm starke Folie.
Wie auf dem Foto zu erkennen zuschneiden
und an den Auflagekanten mit Sekundenkleber
oder besser noch Epoxidharzkleber fixieren.

Bei der Montage beachten, dass unbedingt die beiden Federn wieder aufgesetzt werden! Dies ist eine etwas fickerige Arbeit, aber mit reichlich Geduld zu schaffen. Die Federschenkel dürfen zudem auf keinen Fall den Grund des Münzprüfers berühren, da sonst der Auswerfer nicht mehr beweglich ist!
Nach Zusammenbau aller Teile des Münzprüfers (der Kleber sollte mind. 12 Stunden aushärten), kann man testen, ob alles so funktioniert wie es das soll. Die Münzsperre muss dazu manuell angedrückt werden. In 80% aller Fälle ist keine Nacharbeit erforderlich. Falls es doch Probleme gibt, bitte ein Mail mit einer genauen Schilderung der Umstände, wir versuchen zu helfen!

6) 1:1 Umrüstung des 5DM/2DM-Prüfers (G06.xxx)
.hätte sich mit der Beklebung der 2DM-Wippe bereits erledigt. Normalerweise sollte auch hier keine Nacharbeit erforderlich sein. Evtl. muss die Klappe an der im Bild gekennzeichneten Stellschraube etwas angehoben werden um den Fallweg der magnetischen 2EUR Münze zu verändern, damit diese im passenden Winkel durch die untere Wippe (17) fällt.

Wichtige Hinweise
Wir geben diese Tipps nach bestem Wissen und Gewissen. Die Verwendung der Informationen erfolgt ausschließlich auf eigenes Risiko. Auch können weder die automatenarchiv-Macher noch die Autoren für Schäden jeglicher Art, die aufgrund von Reparaturversuchen entstehen, haftbar gemacht werden.
Beachten Sie bitte bei allen Arbeiten an dem Automaten, dass Reparaturen an spannungsführenden Teilen nur von Fachleuten ausgeführt werden dürfen. Ziehen Sie vor dem Öffnen des Geräts stets den Netzstecker und berühren Sie im eingeschalteten Zustand keine spannungsführenden Teile.

©2000-2005 by D.Breitenbach. Das verwendete Bildmaterial ist urheberrechtlich geschützt, eine Vervielfältigung darf nur mit Genehmigung der Autoren erfolgen.

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